Shoppingmelancholie

Dritte Schoppingmelancholie – Kopfansicht – Susanne von Bülow 2012



Drei Frauen. Drei Tüten. Drei Sitzende
ergeben zusammen oder allein meine drei Schoppingmelancholien.


Ihre Ausdrücke, ihre Haltunen,
ihre Stimmungen changieren zwischen Nachdenklichkeit, Langeweile und
Erschöpfung. Für mich bewegen sie sich zwischen Dürer, Rodin und drei trivialen Tüten in ihren Händen.

Zweite Schoppingmelancholie – Kopfansicht 2012

Der
tiefgründlichen Traurigkeit einer auf Wissen und Technik, Weisheit und
Können, Bedeutung wie Schwermut angelegten Melancholie des Dürer von
1514, stelle ich Variationen dreier Frauen von 2012 gegenüber.

Ihre Hände stützen das Kinn, greifen zur Stirn – oder liegen auf dem Knie und halten die Tüte.


Erste Schoppingmelancholie – Tüte 2012

Alle drei Variationen der Shoppingmelancholien bleiben hochkonzentrierte, in sich ruhende und paritiell gestresste Frauen in der vollen und situativen Trivialität des Alltags. Und alle drei beanspruchen im Ausdruck der nach innen gewandten Gesichter ein mehr als leichtfertiges Standing gegenüber dem alten Meister herzustellen.

Der muskulösen und bis zur unerträglichen Anspannung formulierten nackten Figur des Denkers von Rodin setze ich angezogene Frauen gegenüber.

In einem Akt der vergnüglichen Feminisierung verwandele ich die versockelte Ikone von Rodin und verarbeite das maskuline und muskuläre Vorbild des Denkers – diesen widersprüchlichen Bronzehelden von 1880 zu drei Blatt Büttenpapier im gerahmten Format von 168 x 100 cm aus dem Jahr 2012.


Susanne von Bülow

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